Herdbuchzüchter - Stammbuchzüchter - wieso weshalb warum?

Schon mehrfach wurde ich gefragt, warum ich denn nicht unter den Herdbuchzüchtern Niedersachsens zu finden bin?
Tatsächlich ist es so, dass ich weder auf der WEB - Site des niedersächsischen Schafzuchtverbandes, noch in der Auflistung der Herdbuchzüchter im Schäferei-Kalender namentlich auftauche, und dies hat folgende Bewandtniss:

Vor einigen Jahren erhielt ich ein Schreiben vom Landschafzuchtverband Niedersachsens, worin mir die freudige Botschaft verkündet wurde, dass ich mich aufgrund der regelmäßigen und erfolgreichen Beschickung der Körungsveranstaltungen, ab jetzt "Stammbuchzüchter" nennen dürfe.
Die anfängliche Freude legte sich aber beim Weiterlesen, denn als Voraussetzung für die Umsetzung dieses "züchterischen Ritterschlages", wurde die Überweisung von 100 € - in Worten "einhundert" - genannt ,das Überweisungsformular wurde netterweise gleich mitgeschickt!
Ich informierte mich nun beim Leiter des Landesschafzuchtverbandes in Hannover über die Folgen eines Verzichts auf den Status "Stammbuchzüchter":
Da im Schäfereikalender lediglich Stammzuchtbetriebe als Herdbuchzüchter genannt werden, zumindest wird dies in Niedersachsen so praktiziert, würde mein Name dort nicht unter den Herdbuchzüchtern auftauchen. Ausserdem würde mir die Urkunde über meine Stammbuchzüchter-Ernennung durch die Lappen gehen.

Das also ist der Grund, warum man meinen Namen unter den Herdbuchzüchtern Niedersachsens vergeblich sucht!

Wenn ich dann auf der HP des Schafzuchtverbandes die Namenliste der Herdbuchzüchter durchgehe, entdecke ich einige Namen von Züchtern, die ich noch nie als Züchter wahrgenommen habe, geschweige davon, dass sie mit Tieren bei unserer Kör-Veranstaltung in Erscheinung getreten wären.

Ich bin ja auf keinen Fall ein Geizkragen, aber ich frage mich schon, wo ist der Gegenwert für die 100 €? - Okay, die Urkunde hätte sich natürlich hervorragend in unserer Diele über der Eichen-Kommode gemacht - seufz!

Seit 2001 bin ich aktiver Herdbuchzüchter aus der vollen Überzeugung heraus, dass wir nur mit dem Schafzuchtverband als neutrale, sachkundige Instanz, unsere wertvolle Schafrasse erhalten können.

Dass die Arbeit des Schafzuchtverbandes Geld kostet ist mir auf jeden Fall klar. Wenn man feststellt, dass die Einnahmen nicht ausreichen, und man deshalb den Beitrag erhöhen muß, ich wäre gesprächsbereit.
Aber diese seltsame Art und Weise der Geldbeschaffung finde ich äußerst fragwürdig, hier wird ja Leistung nicht belohnt, sondern bestraft!

Diese Praxis auf meine Nebenerwerb-Schafhaltung übertragen, hieße:
Jeder Lammfleischkunde, der 2 oder mehr Lämmer bei mir gekauft hat, wird von mir zum "Stammkunden" ernannt, erhält eine entsprechende Urkunde - da werde ich mir alle Mühe geben - und eine Rechnung über 100 €.
Außerdem erwähne ich seine Beförderung auf positive Art und Weise auf unserer HP

bei Liquiditätsproblemen zur Nachahmung empfohlen!