Wolle färben mit Pflanzenfarben

  • Wolle vom rauhwolligen pommerschen Landschaf

    wolle

    Unsere Schafe haben unterschiedlich graue Wolle. Der Fachmann nennt sie grau, grau-blau, blau-grau oder blau. Wir achten darauf, dass alle Wolltypen in der Herde erhalten bleiben, auch weil es beim Spinnen und Stricken mehr Spaß macht, wenn nicht alles gleich aussieht. Lange Zeit hielt ich es darum für überflüssig, noch zusätzlich Farbe ins Spiel zu bringen. vor ein paar Jahren haben wir es uns anders überlegt. Es hat viel Spaß gemacht, war teilweise sehr überraschend - und sieht klasse aus!

  • als erstes ist Waschen angesagt

    gewaschenen Wolle beim Trocknen

    die Wolle die weiter verarbeitet werden soll, wird in die drei Farbschläge aufgeteilt, dann getrennt gewaschen und getrocknet. Anschließend geben wir sie normalerweise in die Kämmerei oder in die Spinnerei. 2013 habe ich ein wenig abgezweigt um mit Pflanzenfarben zu experimentieren. Ein Kilo grau-blaue Wolle - recht gemischt - wurde mit Alaun gebeizt, wieder getrocknet und anschließend in 200g Portionen gefärbt..

  • Beizen

    mit Alaun gebeizte Pommernwolle in grau und grau-blau

    Diese Wolle wurde mit Alaun gebeizt. Einige Färberezepte setzen Entwickler oder Nachbeizen aus hochgiftigen Salzen wie Chromkali, Eisensulfat oder Kupersulfat ein, die Farbscala erweitert sich dadurch erheblich. Grün erhält man nur durch Nachbeizen oder durch Kombination von Gelbfärbung und Indigofärbung. Auf die giftigen Salze verzichte ich ganz. Verwendet werden Alaun, Weinsteinrahm und Essig sowie Hydrosulfit und Natriumhydroxit für die Indigoküpe und Isopropylalkohol zum besseren lösen einiger Farbstoffe. Beim Braunfärben mit Walnussblättern oder Tee kann sogar auf eine Beize verzichtet werden.

  • Zwiebel und Indigo

    Schon im letzten Jahr habe ich zwiebelgefärbte Wolle mit Indigo übergefärbt. Heraus kam ein Olivgrün für die neue Jacke von Luise. Leider stellte sich nach Fertigstellen des Rückenteiles heraus, dass die Wolle nicht reicht. Also nochmal mit Zwiebel färben. Allerdings hatte ich beim letzten mal den Zweiten Zug nach Corinnas Wolle genommen, so dass der Gelbton ganz anders war - der zweite Zug musste gefärbt werden. Das Grün ist ein wenig mehr ins Blau gegangen, aber da ich zweifädig gestrickt habe passte es!
    ein klick auf Bild für mehr!

  • Färberkamille und Indigo

    Die Färberkamille bringt ein ganz anderes Gelb als die Zwiebel. Das Grün ist frischer. Durch unterschiedliche Zeiten in der Küpe variieren die Grüntöne.
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  • Färberwau und Indigo

    Die Kombination von Wau und Indigo ergibt ein schönes Flaschengrün.
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  • Gelb und Grün

    die von Corinnas Familie über Jahrzehnte gesammelte Zwiebelschale kam endlich zu Ehren - und wer weiß vielleicht auch noch zu Ruhm!
    hier zu sehen ist unser Arbeitsplatz auf der Terrasse - bei einem klick auf das Bild öffnet sich eine Diashow über den Färbevorgang: Zwiebelschalen für die gelbe Farbe, eine anschließende Indigofärbung macht aus gelb dann grün!

  • Blaumachen

    Vor dem Färben mit Indigoküpe hatte ich einen ziemlichen Respekt. Als ich dann mühsam alle Zutaten zusammen hatte, habe ich meine chemiebegeisterten Kinder rekrutiert, damit ich genug Mut hatte, die Stammküpe anzusetzen. Der Färbevorgang selber mutete dann wie Zauberei an!
    auch hier ein paar Bilder mit klick auf das Bild

  • so bunt ist Gelb


    beim Experimentieren mit verschiedenen Pflanzenteilen, meist aus dem eigenen Garten, kamen sehr unterschiedliche Gelbtöne zutage. Die zuvor unversponnene Wolle wurde dann zu einem Schal verarbeitet. (klick aufs Bild für mehr)

  • Krappfärbung

    Krapp ist die Wurzel einer Pflanze, die überwiegend in der Türkei angebaut wurde. Früher hieß die Farbe Türkischrot. Die Wurzeln wachsen 3 Jahre, werden dann geerntet und 1 Jahr gelagert. Erst dann ist der Rohstoff für das Färben fertig!
    Unterschiedliche Ergebnisse beim Färben erhält man durch die Intensität der Alaunbeize, Einsatz von Weinsteinrahm, Essig und die Färbetemperatur.
    Klick auf das Bild für ein paar Eindrücke

  • Gelb

    noch nasse, mit Zwiebelschalen gelb gefärbte Pommern- und Bergschafwolle

    viele einheimische aber auch Gartenpflanzen ergeben schöne gelbe Farbtöne, Walnuss, Färberkamille, Wau, Gartenmöhre oder Zwiebel um nur einige zu nennen. Ein Vorteil am gelb Färben ist der preiswerte Rohstoff, der im Garten gesammelt werden kann. Als Beize ist Alaun völlig ausreichend, unterschiedliche Töne erhält man durch die vielen Rohstoffe. So eignet sich das Gelbfärben hervorragend zum Einsteigen in die Wollfärberei!
    Verschiedene Gelbtöne sind oben unter "so bunt ist gelb" gezeigt.

  • Krasslila

    diese Wolle wurde mit Alkannawurzeln gefärbt, ein krasses Lila! Unterschiede ergeben sich durch verwenden von grauer und grau-blauen Strängen sowie unterschiedliche Alaunkonzentrationen beim Beizen.
    der Färbevorgang ist bei klick aufs Bild zu sehen.

  • Grün

    unterchiedlich gefärbte grüne Wolle

    Grüntöne habe ich mit Hilfe von Gelbfärbung und Indigo erzielt. die bisher versuchten Färbungen mit Zwiebel und Indigo sowie mit Schwarznussblättern und Indigo haben erstaunlich unterschieliche Grüntöne ergeben!
    Mehr Bilder unter "gelb und grün" s.o.

  • Blau

    mit Indigo gefärbte Wolle

    Indigo ist eine spannende Sache, in der pipifarbenen Küpe sieht die Wolle aus, als habe sich nichts verändert - kaum holt man sie heraus fängt der Zauber an - die Wolle wird vom Luftsauerstoff in Sekunden Blau. Immer wieder ein Erlebnis.
    ein paar Bilder oben unter Blaumachen