Ein Schäfermantel erzählt eine Geschichte!

  • Wie es zu dieser Geschichte kam

    vor der Domäne

    Durch meine Arbeit im DRK Seniorenstift Aerzen, lernte ich die Tochter des ehemaligen Schäfers der Domäne Aerzen kennen.
    So kam es, daß mir die Ehre zuteil wurde, einige sehr gut erhaltene Utensilien aus dem Nachlass des Schäfers Werner Gartz, zu übernehmen
    Neben einigen Fachbüchern (u.a. das Hand- und Lehrbuch der Schafzucht von Johannes Heyne aus dem Jahre 1924) und einem Paar tadelloser Wollkämme, "erbte" ich auch seinen Winter-Schäfermantel.

  • geschützt vor der Kälte!

    im Schäfermantel

    Auch wenn dieser Mantel ein beachtliches Gewicht hat, frieren kann darin jedenfalls nicht!
    Ich beabsichtige zwar jetzt nicht, zum Wanderschäfer zu werden, aber dieses Kleidungsstück werde ich in Ehren halten.

  • Mantel-Innenleben

    innen

    Die Außenhaut des Mantels besteht aus dickem, gewalktem Wollstoff, das Innere, wie man hier sieht, ist mollig warmes Schaffell!
    Mit diesem Mantel ist wahrscheinlich auch eine Polar-Expedition zu meistern!

  • Ein Leben mit Schafen

    mit Schafen

    Werner Gartz war gebürtiger Mecklenburger, wo er in Parchim auch den Schäfer-Beruf erlernte
    Das Zusammentreffen mit seiner späteren Ehefrau, einer Rintelnerin, verursachte seinen Aufbruch in den Westen.
    Als dann 1946 die Stelle des Schäfers der Domäne Aerzen (Landkreis Hameln-Pyrmont)frei wurde,ergriff Werner Gartz die Gelegenheit beim Schopfe, und war mit seinen Schafen, über viele Jahre ein Blickfang in den Feldern und Fluren um Aerzen herum.

  • Alltag des Schäfers

    mit Hunden

    Schäfer Gartz hütete seine 600 Merinolandschafe in den Gemarkungen um Aerzen und Reinerbeck.
    Die Hauptlammzeit war im Dezember. Über Winter wurden die Schafe in den Stallungen der Domäne aufgestallt
    Erwähnenswert ist, daß regelmäßig Schlachthammel nach Israel verkauft wurden, die dann per Bahn und Schiff dorthin transportiert wurden.

  • Als Wolle noch wertgeschätzt wurde....

    strickend

    Hier sieht man den Schäfer Gartz beim Hüten seiner Schafe, und wer genau hinschaut, erkennt, daß er dabei strickt.
    Strickende Männer, war also keine Erfindung der 68-er Generation, es ist die Konsequenz der Erkenntnis, daß Schafwolle ein wertvolles Naturmaterial ist!
    Zu der Zeit wurde ja auch noch mehr dafür gezahlt. Werner Gartz hatte jdenfalls durch die "Wollverwertung Paderborn" einen gesicherten Abnehmer für seine Wolle.

  • kein 5-Sterne-Hotel!

    Schäferkarren

    Zeitgleich zu mit dem Wirken von Schäfer Gartz, war in der Aerzener Gemarkung auch der Schäfer Schiffling mit seiner Schwarzkopf-Herde unterwegs.
    Dieser verbrachte die Nächte in solch einem Schäferkarren (Foto wurde im Museum für Landtechnik in Börry aufgenommen), während Schäfer Gartz eines der Häuser für die Domänen-Arbeiter bewohnte, und dort auch die Nächte im Kreise der Familie verbrachte.
    Die Schafe kamen über Nacht in die "schwarzen Schuppen", die bis auf einen, inzwischen alle abgerissen wurden.