Schäferei Svensson-Müller in Baden-Baden

  • Herde in den Rheinauen

    Im Herbst 2010 schafften wir es endlich, nach Baden-Baden zu fahren, um Ute Svensson´s Schäferei-Betrieb zu besichtigen, und bei der Gelegenheit auch einen prächtigen Rauhwoller-Bock aus ihrer Herde zu erwerben.
    Die Svensson-Rauhwoller haben ihren Ursprung im schafzüchterichen Wirken des Tuchmachers Strietzel, der in den 60 er Jahren eine Schafherde aufbaute, und dabei sowohl Coburger Füchse, als auch Rauhwoller in Reinzucht hielt, um deren Wolle in seiner Tuchfabrik (das Goldene Vlies)im Fichtelgebirge, zu verarbeiten.
    Die ersten Rauhwoller sollen einem Tierpark in Bayern entstammen, in der Folge wurden einige wenige Zuchttiere aus der Rügener Population eingefügt, aber die Herde hat sich relativ autark entwickelt.
    1979 übernahm Ewald Svensson Rauhwoller und Coburger Füchse von Strietzel, der Bestand wurde ausgebaut und wird seit 1981, also zeitgleich mit den Rügener-Rauhwollern, im Herdbuch Baden-Württemberg geführt.
    Nach dem Mauerfall wurden dann einige Zuchtböcke zur Blutauffrischung aus Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen erworben. Mittlerweile hat Ewald Svensson die Stattliche Schafherde an seine Kinder Ute und Sven-Jörg abgegeben, wobei Letzterer sich schwerpunktmäßig den Coburger Füchsen widmet.

  • Herde von nahem

    Die Schäferei Svensson ist ein Vollerwerbsbetrieb,der mit Arbeitskräften aus dem Kreis der Familie, sowie einigen wenigen Fremdarbeitskräften bestückt ist.
    Da Ute Svensson Schäfermeisterin ist, werden regelmäßig Schäfer-Lehrlinge ausgebildet.
    Wie auf dem Bild zu erkennen ist, besteht die Svensson-Herde nicht nur aus Rauhwollern. Es werden außerdem Coburger Füchse und Braune Bergschafe in Reinzucht gehalten, sowie die Kreuzungsprodukte aus der Anpaarung mit Fleischschafen (Berrichon du Cher).Der Bestand an reinrassigen Rauhwollern liegt bei etwa 150 Mutterschafen, von denen ca. 80 Stk. im Herdbuch geführt werden.

  • noch mal Herde von nahem

    Hier sieht man einen Teil der Herde im Oktober in den Rheinwiesen grasen. Die eigentliche Sommerweide befindet sich allerdings auf über 1000 mtr. Höhe im Hochschwarzwald. Hier werden die sogen. Grinden, eine Bergheidelandschaft, durch die Beweidung mit Schafen, in ihrem typischen Charakter erhalten.
    Auf diesem Standort benötigt man Schafe, die mit der Robustheit ausgestattet sind, die man bei Landschafen erwartet, aber nicht immer antrifft. Der Speiszettel hat unter anderem Preiselbeer- und Heidelbeer-Kraut, sowie Pfeifengras und Rauschheide zu bieten.Dazu kommen Jahres-Niederschlagmengen die bei 2000 mm liegen, sowie des öfteren drastische Temperatur-Stürze, sodaß es im September nicht selten schneit.

  • mit Hütehund


    Ein weiteres Steckenpferd von Ute Svensson, ist das Ausbilden von Hütehunden.
    Hier sieht man einen Altdeutschen Hütehund, Typ Strobel, bei der Arbeit.

  • Zwillimgsmütter Ute Svensson läßt einen Teil ihrer Schafe, insbesondere die Rauhwoller, im Herbst ablammen
    Um Zwillingsmütter und ihre Lämmer besser im Blick zu haben, werden diese separat von den Einlingsmüttern gehalten. Wie man sieht, hat das Kreuzen verschiedener Rassen, ein farbenfrohes Ergebnis zur Folge.

  • Ute Svensson + Herde

    Sehr beeindruckt war ich davon, wie gut Ute Svensson (im Bild links) ihre Tiere kennt! Aus einer derart großen Herde, einzelne Tiere detailiert beschreiben können,und diese dann auch noch zielsicher herauszufinden, das zeugt von großem Züchterverstand und Begeisterung für die Sache.
    Ich bin jedenfalls froh, Rauhwoller in solch sachkundiger und verantwortungsbewusster Obhut zu wissen, auch wenn jetzt so mancher RPL-Züchter aus dem Ursprungsgebiet die Stirn runzeln mag, in der Annahme, die einzig wahren Rauhwoller gäbe es nur in Mecklenburg-Vorpommern. Ich kann nur jedem, dem an unserer Schafrasse gelegen ist, empfehlen, sich die Svensson-Herde vor Ort anzuschauen. Angesichts des Populationsrückgangs der sich seit einigen Jahren vollzieht, glaube ich, dass wir die Svensson-Gene noch dringend brauchen werden.

  • Rauhwoller-Lämmer



    Hier sind auch einige Rauhwoller-Lämmer zu sehen, wohlgemerkt im Oktober!

  • Voraugenflecken

    Bei der Besichtigung der Bock-Herde fiel mir dieser Rauhwoller-Bock mit ausgeprägten Voraugenflecken auf.
    Die Voraugenflecken gehen zurück auf einen Bock, den Herr Strietzel in den Anfangsjahren seiner Zucht von der Insel Rügen erwarb. Dieser Bock hatte diese markanten weißen Flecken unter den Augen, und hat diese Eigenschaft weitergegeben, sodaß noch heute bei den Svensson-Rauhwollern, immer wieder Voraugenflecken auftauchen.

  • Bockauswahl

    Einem dieser 4 kernigen Burschen stand nun eine Reise ins Weserbergland an.
    Gar nicht so leicht, die Entscheidung! Im Vordergrund übrigens ein acht Jahre alter Haudegen, der aber körperlich noch in bestem Zustand ist.
    Die Svensson Böcke haben allesamt eine ausgeprägte Ramsnase und sind zumeist mit einer dunklen Mähne geschmückt.Im Gegensatz zu den Tieren aus Mecklenburg Vorpommern und aus Niedersachsen, sind sie etwas kleinrahmiger und auch kürzer im Rücken. Wenn man sich die gesunden Fundamente mit den harten Klauen anguckt, muß man feststellen, daß hier hervorragende Zuchtarbeit geleistet wurde und wird.

  • Ewald + Co.



    Der Auserwählte versteckt sich hier noch geschickt hinter seinen Kollegen.......

  • Ewald

    .....im Weserbergland, in Begleitung unserer Rauhwoller-Damen, präsentiert er sich jedenfalls ganz gut!